Du willst endlich Final Fantasy VII nachholen und stellst fest: Es gibt das Original, ein Remake, eine Fortsetzung des Remakes und bald einen dritten Teil. Bei Resident Evil 4 ist die Liste noch länger, bei The Last of Us gibt es drei Fassungen, und bei manchen Spielen ist die Neuauflage sogar schlechter als das Original. Bei Klassikern hat die Frage „Was soll ich spielen?“ deshalb eine zweite Ebene: welche Version.
Hier sind 21 bekannte Fälle, jeweils mit einer klaren Empfehlung, welche Fassung du heute spielen solltest. Stand ist der 20. Oktober 2026. Wo sich bald etwas ändert, steht das dabei.
Remake, Remaster, Port: der Unterschied
- Port: das gleiche Spiel auf einer anderen Plattform, meist mit kleinen Anpassungen.
- Remaster: das alte Spiel mit schärferer Grafik, höherer Bildrate und mehr Komfort. Levels und Ablauf bleiben gleich.
- Remake: ein von Grund auf neu gebautes Spiel, oft mit moderner Steuerung, neuen Szenen und manchmal einer veränderten Geschichte.
Ein gutes Remaster ersetzt das Original deshalb meistens. Ein Remake ist eher ein zweites Spiel nach derselben Vorlage, da kann sich auch beides lohnen.
Die Fragen, die am häufigsten kommen
Ocarina of Time
Bei The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist die Lage gerade in Bewegung. Das N64-Original von 1998 spielst du heute über Nintendo Switch Online mit Erweiterungspaket, auch auf der Switch 2. Die beste Fassung bisher ist die für den 3DS von 2011: schönere Grafik, flüssigere Animationen und die schwerere Master Quest als Bonus. Die bekommst du allerdings nur noch gebraucht, weil der 3DS-eShop seit März 2023 geschlossen ist.
Am 5. November 2026 erscheint ein komplettes Remake für die Switch 2, mit Sprungtaste, freier Kamera und Orchestermusik. Ob es die neue beste Fassung wird, lässt sich noch nicht sagen. Nach allem, was bisher zu sehen war, steckt viel Liebe im Detail, der Kampf wirkt aber stellenweise altbacken. Mein Tipp bis dahin: Hast du einen 3DS, nimm die 3DS-Fassung. Hast du nur eine Switch, spiel das N64-Original über Switch Online oder warte ab, wie das Remake wird. Rund 32 Stunden.
Red Dead Redemption 2
Bei Red Dead Redemption 2 geht es nicht um Remakes, sondern um Editionen und Plattformen. Das Spiel gibt es für PS4, Xbox One und PC. Eine eigene Fassung für PS5 oder Xbox Series hat Rockstar bis heute nicht angekündigt, auf der PS5 läuft die PS4-Fassung mit 30 Bildern pro Sekunde. Wenn du einen brauchbaren PC hast, würde ich deshalb dort spielen.
Zu kaufen gibt es die Standard und die Ultimate Edition. Die Ultimate bringt vor allem Extras für Red Dead Online, und dort kommen seit 2022 keine großen Updates mehr. Für die Geschichte reicht die Standard Edition völlig. Wer danach mehr will: Red Dead Redemption von 2010 erzählt, wie es nach Teil 2 weitergeht, und läuft seit Dezember 2025 auch nativ auf PS5, Xbox Series und Switch 2. Teil 2 dauert rund 65 Stunden.
Persona 4
Für Persona 4 gibt es heute eine klare Antwort: Persona 4 Golden. Die erweiterte Fassung hat mehr Inhalte als das PS2-Original von 2008 und ist auf PC, PlayStation, Xbox und Switch erhältlich, das Original gibt es nur noch gebraucht. Golden hält sich erstaunlich gut, nur die Optik wirkt inzwischen angestaubt.
Am 18. Februar 2027 erscheint mit Persona 4 Revival ein komplettes Remake von Golden für PS5, Xbox Series und PC, auf der Switch 2 im Mai 2027. Wenn du Persona 4 jetzt spielen willst, nimm Golden. Wenn du bis Februar warten kannst und moderne Grafik willst, warte auf Revival. Golden dauert rund 62 Stunden.
Super Mario Galaxy
Eine 3DS-Fassung von Super Mario Galaxy gab es nie, auch wenn viele danach suchen. Nintendo hat es zwar ausprobiert, auf dem kleinen Bildschirm war Mario aber kaum zu erkennen, daraus wurde ein eigenes Spiel. Heute ist die Antwort einfach: die Switch-Fassung von 2025, die Galaxy und Galaxy 2 enthält. Sie läuft auf der Switch 2 per Gratis-Update in 4K, hat einen Assist-Modus und ist die einzige Fassung, die du regulär kaufen kannst. Einen kleinen Haken gibt es: Das Zielen per Bewegungssteuerung ist ungenauer als mit der Wii-Fernbedienung. Rund 15 Stunden.
Hier ist die Neuauflage klar besser
Resident Evil 2
Das Remake von Resident Evil 2 aus dem Jahr 2019 ist für mich der Maßstab, an dem sich Remakes messen lassen müssen. Statt fester Kameras gibt es eine Schulterkamera, die Rätsel sind umgebaut, und Gegner folgen dir jetzt durch Türen. Das ist mein klarer Tipp. Das Original von 1998 gibt es inzwischen wieder bei GOG und als PlayStation-Klassiker. Mit seinen festen Kameras hat es eine ganz eigene, fast noch gruseligere Stimmung. Spiel es lieber danach, als Ergänzung. Rund 11 Stunden.
Resident Evil 4
Beim Remake von Resident Evil 4 aus dem Jahr 2023 ist die Sache genauso klar. Du kannst jetzt gleichzeitig laufen und schießen, parieren und schleichen, der Ablauf ist aber fast derselbe wie 2005. Verloren hat das Remake beim Humor: Das Original war deutlich alberner, und genau dieser Charme fehlt der Neuauflage ein Stück weit. Mein Tipp ist trotzdem das Remake. Wer den trashigen Ton von damals will, bekommt das Original günstig auf Steam und Switch, am besten mit Controller. Rund 16 Stunden.
Shadow of the Colossus
Das PS4-Remake von Shadow of the Colossus aus dem Jahr 2018 ändert am Spiel selbst nichts: gleiche Kolosse, gleiche Welt, dazu eine optionale modernere Steuerung und ein Fotomodus. Kamera und Steuerung bleiben trotzdem etwas hakelig, und wer das Original liebt, vermisst dessen dunstigen, fast verwaschenen Look. Für alle anderen ist das Remake die richtige Fassung. Es läuft auch auf der PS5 und ist in PS Plus Extra enthalten. Rund 12 Stunden.
Demon’s Souls
Das PS5-Remake von Demon’s Souls zeigt, wie man ein Remake richtig macht. Gegner, Wege und Kampftiming sind identisch mit dem Original, dazu kommen moderne Grafik und kaum Ladezeiten. Das PS3-Original kannst du nur noch offline spielen, die Server sind seit 2018 abgeschaltet, und die Disc läuft nicht auf der PS5. Die Entscheidung ist also leicht. Einziger Einwand: Das Remake ist farbiger und opulenter als das triste Original. Rund 33 Stunden.
Metroid Prime
Metroid Prime Remastered für die Switch ist ein Pflichtkauf und mit Abstand die beste Fassung. Die Grafik gehört zum Besten auf der Switch, und die neue Steuerung mit zwei Sticks macht das Spiel zugänglicher als auf dem GameCube. Wer die Trilogie mit Teil 2 und 3 sucht, muss zur alten Wii-Fassung greifen, die es nur noch gebraucht gibt. Rund 14 Stunden.
Link’s Awakening
Das Switch-Remake von The Legend of Zelda: Link’s Awakening aus dem Jahr 2019 ist die Fassung für heute, mit Spielzeugoptik, Orchestermusik und mehr Komfort. Auf der ersten Switch ruckelte es in vollen Bereichen, auf der Switch 2 läuft es per Gratis-Update flüssig. Die Game-Boy-Color-Fassung DX steckt im Switch-Online-Abo, als nette Ergänzung für Retro-Fans. Rund 12 Stunden.
Persona 5 und Persona 3
Bei Persona 5 ist Persona 5 Royal ganz klar die Fassung, die du willst. Der einzige echte Haken ist die Länge, rund 100 Stunden musst du einplanen. Bei Persona 3 ist es Persona 3 Reload, das Remake von 2024, am besten auf PS5, PC oder Xbox, weil die Fassung für die Switch 2 mit unruhigen 30 Bildern pro Sekunde läuft. Willst du mit der weiblichen Hauptfigur spielen, die Reload nicht hat, bleibt nur Persona 3 Portable.
Mass Effect
Die Mass Effect Legendary Edition ist die beste Art, die Trilogie heute zu spielen: alle drei Teile mit über 40 Zusatzinhalten, schönerer Grafik und einem spürbar besseren Kampf im ersten Teil. Ein Remake ist es aber nicht, die Fahrten mit dem Mako bleiben zäh. Nur wer den Mehrspielermodus aus Teil 3 will, muss zu den Originalen greifen. Rund 90 Stunden für alle drei Teile.
Dark Souls
Dark Souls: Remastered aus dem Jahr 2018 verändert wenig, und das ist gut so: 60 Bilder pro Sekunde auch in den Gebieten, in denen das Original früher stark einbrach, Online-Spiel mit bis zu sechs Leuten und die Artorias-Erweiterung inklusive. Die alte PC-Fassung Prepare to Die Edition ist nicht mehr im Handel und hat keine Online-Funktionen mehr. Klare Sache also. Rund 42 Stunden.
Monkey Island und Day of the Tentacle
Bei den LucasArts-Klassikern musst du dich gar nicht entscheiden. The Secret of Monkey Island: Special Edition enthält das Original von 1990 gleich mit, per Tastendruck schaltest du zwischen neuer und alter Grafik um. Genauso macht es Day of the Tentacle Remastered, dort steckt sogar Maniac Mansion als Spiel im Spiel. Neueinsteigern würde ich die neue Grafik empfehlen, Puristen schalten einfach um. Monkey Island dauert rund 8 Stunden.
Tipp: Weißt du noch gar nicht, welcher Klassiker zu dir passt? Mach das Quiz und bekomm in rund drei Minuten eine Empfehlung.
Hier kommt es darauf an, was du willst
Final Fantasy VII
Final Fantasy VII ist der kniffligste Fall. Die Remake-Reihe ist kein Remaster, sondern eine Neuerzählung in drei Spielen: Final Fantasy VII Remake Intergrade behandelt nur den Anfang in Midgar, Final Fantasy VII Rebirth den großen Mittelteil, und der Abschluss Revelation erscheint am 8. April 2027. Die Geschichte weicht dabei zum Teil bewusst vom Original ab.
Das Remake setzt an vielen Stellen voraus, dass du das Original kennst, sonst verpuffen einige Momente. Mein Tipp: Spiel zuerst das Original und danach die Remake-Reihe. Am PC gibt es seit Februar 2026 eine Neufassung mit dreifachem Tempo und abschaltbaren Zufallskämpfen, das macht den Einstieg leichter. Kannst du mit Rundenkämpfen gar nichts anfangen, steig direkt mit dem Remake ein. Das Original dauert rund 40 Stunden.
Silent Hill 2
Das Remake von Silent Hill 2 aus dem Jahr 2024 ist stark, vor allem Atmosphäre und Sound. Es ist aber deutlich länger als das Original, der Kampf bleibt schlicht, und der Nebel ist eher Kulisse als echtes Spielelement. Deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Mein Tipp für die meisten ist trotzdem das Remake. Wer das Original will, sollte um die HD Collection einen Bogen machen, die ist technisch schwach und hat weniger Nebel. Besser ist die PC-Fassung von 2002 mit dem Fanprojekt Enhanced Edition, das dem Original eine starke Frischzellenkur verpasst. Das Remake dauert rund 17 Stunden.
The Last of Us
The Last of Us Part I ist das Remake mit der besten Technik, erschienen 2022 für PS5 und 2023 für PC. Inhaltlich ist es aber fast dasselbe Spiel wie das Remastered für die PS4 von 2014, und für den Preis ist das wenig Neues. Die PC-Fassung hatte zum Start große Probleme, ist inzwischen aber gepatcht. Mein Tipp: Part I, wenn du auf PS5 oder PC spielst. Remastered lohnt sich, wenn du sparen willst oder den Mehrspielermodus Factions suchst, den Part I nicht hat. Rund 16 Stunden.
Oblivion
The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered aus dem Jahr 2025 sieht dank Unreal Engine 5 fantastisch aus und hält sich sonst eng ans Original, mit allen Stärken und Schwächen von damals. Das Problem ist die Technik am PC: Dort läuft das Remaster auch anderthalb Jahre nach Release nicht rund, Ruckler beim Durchqueren der Welt inklusive. Ich würde deshalb eher zur Fassung für PS5 oder Xbox Series greifen, über den Game Pass kannst du sie vorher ausprobieren. Willst du modden oder hast du einen schwächeren PC, nimm das Original als Game of the Year Edition, denn das Remaster hat keinen offiziellen Mod-Support. Rund 55 Stunden.
Skyrim
Bei The Elder Scrolls V: Skyrim gibt es so viele Editionen wie bei kaum einem anderen Spiel. Die Special Edition von 2016 reicht völlig. Die Anniversary Edition packt alle Creation-Club-Inhalte bis 2021 dazu, die rechtfertigen den Aufpreis aber nicht, also lieber nur im Angebot. Wichtig für Modder: Am PC gibt es keine Grenzen, auf Xbox deutlich mehr Freiheit als auf PlayStation, auf der Switch gar keine Mods. Die Fassung für die Switch 2 kann ich nicht empfehlen. Rund 70 Stunden.
Hier ist die Neuauflage das Problem
Warcraft III
Warcraft III ist das bekannteste Beispiel für ein misslungenes Remaster. Reforged kam 2020 mit fehlenden Funktionen und Fehlern heraus und wurde von Fans regelrecht zerrissen. Das eigentliche Problem: Reforged hat das Original ersetzt, einzeln kaufen kannst du Reign of Chaos und The Frozen Throne nicht mehr.
Blizzard hat inzwischen nachgebessert. Du kannst auf die klassische Grafik umschalten, und Besitzer bekommen seit April 2026 den alten Original-Client für Offline- und LAN-Partien dazu. Mein Tipp: Reforged kaufen, weil es nicht anders geht, und mit klassischer Grafik spielen. Die Kampagnen sind so gut wie damals. Rund 20 Stunden.
GTA Vice City und San Andreas
Die Definitive Edition von 2021, eine Sammlung mit GTA III, Grand Theft Auto: Vice City und Grand Theft Auto: San Andreas, war zum Start ein Desaster: Fehler, seltsame Figurenmodelle, fehlender Nebel und fehlende Songs. Ein großes Update im November 2024 hat vieles behoben und eine klassische Beleuchtung gebracht, allerdings nur auf PC, PS5 und Xbox Series.
Mein Tipp: Hast du die Originale noch in deiner Bibliothek, spiel die. Sonst die Definitive Edition, aber nur auf PC, PS5 oder Xbox Series, nicht auf Switch, PS4 oder Xbox One. San Andreas dauert rund 45 Stunden.
Und wenn die Frage eher lautet: welcher Klassiker?
Die Versionsfrage ist erst der zweite Schritt. Wenn du noch überlegst, ob es ein Horror-Klassiker oder ein langes Rollenspiel sein soll, helfen dir unsere Bestenlisten zu Horrorspielen, Rollenspielen und JRPGs. Wie du dich überhaupt entscheidest, ohne stundenlang Listen zu lesen, steht in Was soll ich zocken?. Und wenn du lieber nach Stimmung auswählst, mach das Quiz.